Geschichte von Bergisch Neukirchen

1223

Bergisch Neukirchen, das noch Nuweenkirgen genannt wird, findet erstmalig Erwähnung. Dem Stift St. Gereon in Köln werden Besitzrechte an der Rheindorfer Kirche St. Georg bestätigt. Die Kirche, in ihrer ursprünglichen Form basilikalen Charakters, wurde in der Mitte des 12. Jahrhunderts anstelle eines Vorgängerbaus errichtet.

13Jh.

Die Neukirchener Zehnrolle enthält die Namen von 95 Abgabepflichtigen.
Aufgeführt werden u.a. die Rittersitze Atzlenbach und Diepental, die Orte Imbach, Hüscheid, Pattscheid und die freien Höfe Bruch, Oberölbach, Grund, Claasbruch und Unterölbach

1360

Neukirchen gehört zum bergischen Amt Miselohe

1440

Margarete von Diepental erhält die gleichnamige Wasserburg als Erbschaft

1478

Die Schöffen Wilhelm Piffer und Wilhelm an der Kirchen sowie Hermann Sassen und Gerart Moubach, Kirchspielsleute aus Nuenkirchen, bekunden den Kauf eines Grundstückes. Es besiegelten u.a. ein Junker Johann in der Diependaill.

1483

In Hüscheid, so ist bescheinigt, lebt ein Bürgermeister namens Heinrich Zass.

1506

Die Ortsbezeichnung Biesenbach erscheint erstmalig. Kertgen von der Kaltenherberge, "rector oder pastor zu Neuwenkirchen stiftet eine Vikarie

1521

Unterölbach, zu dieser Zeit noch Under-Euuelbach genannt, gehört einem Junker Wilhelm von Oessenberg zu Morsbroich.

1550

Die Reformation setzt sich in Neukirchen durch.

1580

Das Geschlecht der Katterbachs ist Besitz der Wasserburg Diepental.

1555

Neukirchen erhält ein eigenes Gericht, das 1600 mit dem Schlebuscher Gericht vereinigt wird.

1583

Im kölnischen religionspolitischen Krieg plündert und brandschatzen Truppen des Grafen Adolf von Neuenahr das Dorf.
Der Amtmann Wilhelm von Steinen und der Dinger Johann Dreeß vom Amte Miselohe stellen in der Verbindung mir dem Gerichtsschreiber Adolf Flandrian ein Verzeichnis der adeligen Personen samt der Freien und ihrer Güter auf.

1600

Das Gericht in Neukirchen wird mit dem Schlebuscher Gericht vereinigt. Das Siegel dieses Gerichtes führt im unteren Bereich einen gestürzten Obstbaum mit Früchten, als Symbol für den Neukirchener Obstanbau.
Die Vikarie wird einem Johannes Wolfststall übertragen; er muss sich verpflichten, die "Schollen (=Schulen) zu unterhalten".

17.Jh.

Mitglieder der Familie Flandrian besitzen verschiedene Güter. Sie fördern besonders den Obstanbau.

1615

Erster Beleg für einen Schützenverein.

1627

Erwähnung des Sattel und Zehnthofes "op dem Hoyf Acker".

1628

Im dreißigjährigen Krieg wird der Ort abermals niedergebrannt.

1700

Einrichtung einer "Heckschule" in Romberg

1701

Abriss und Neubau von Chor und Schiff der Kirche bis 1704

1732

Andreas Hollweg aus Pattscheid baut als erster im Dorf Kartoffeln an

1781

Die evangelische Kirche erhält ein neues Schiff und die dazugehörige zeitgemäße Barockeinrichtung. Die für die evangelischen Kirchen des Bergischen Landes typische Anordnung der Prinzipalstücke Altar-Kanzel-Orgel, die fassadenhaft übereinander gestuft sind, prägt bis heute den Innenraum der Kirche sehr eindrucksvoll.

1795

Die französischen Truppen belagern den Ort bis 1801.

1802

In Neukirchen wird eine Tuchmanufaktur erwähnt. Weberei und Strumpfwirkerei sind bis zu Ende des Jahrhunderts eine wichtige Einnahmequelle im Bergische Land.

1807

Neukirchen und Witzhelden unterstehen einer gemeinsamen Bürgermeisterei (Marie). Später zählt Neukirchen zur Sammtgemeinde Witzhelden.

1808

Die Kirchspiele Neukirchen und Witzhelden bilden die Marie Witzhelden.

1809

Franz Wilhelm Oligschläger wird in Pattscheid geboren. Er wird später bergischer Geschichtsschreiber, Botaniker und Apotheker. Er stirbt 1877 in Solingen.

1811

Der Friedhof wird von vor der Kirche an die heutige Stelle verlegt.

1815

In dieser Zeit gründet Johann Wirtz die erste rheinische Obstkrautfabrik in Neukirchen, dem beliebten Ausflugsziel zu Baumblüte und Obsternte. Bald folgen mindestens 15 weitere Krautfabriken, dazu Korn, Obst und Weinbrennereien, Ziegeleien, Textilfabrikation und andere Industriezweige.

1816

Neukirchen gehört als Teil der Bürgermeisterei Witzhelden zum Kreis Opladen

1819

Neukirchen gehört zum Kreis Solingen

1820

Neukirchen, nun der Bürgermeisterei Opladen zugeteilt, besitzt mehr Einwohner als alle umliegenden Gemeinden.

1823

Bau eines evangelischen Pfarrhaus

1825

Neukirchen, Hitdorf und Opladen gehören im Rheinischen Provinziallandtag dem Stand der Städte an (endgültig 1827)

1832

Neukirchen hat 1660 Einwohner

1833

Anlage der Bezirksstraße Opladen - Neukirchen - Witzhelden als Ortsdurchfahrt (ab 1859 Provinzialstraße) 

1838

Bau eines Schulhauses in Pattscheid

1841

Einrichtung einer Briefexpedition

1857

Am 24.08.1857 erhält Neukirchen die Stadtrechte und scheidet aus dem Bürgermeisterverband Opladen aus. Der erste Bürgermeister ist bis 1871 Robert Pilgram. Die Amtsräume befinden sich in einem Privathaus.

1858

Die Gebrüder Tillmanns betreiben in einer Öl- und Wassermühle in Biesenbach eine Holzschraubenfabrikation. 1860 errichten sie die Fabrikanlagen in Neucronenberg, die 1930 stillgelegt wird.

1861

Gründung des Lesevereins "Gemütlichkeit"

1880

Neukirchen erhält Anschluß an die Eisenbahnlinie Opladen/Lennep durch Einrichtung der Haltestelle Pattscheid, eine Güterhaltestelle folgt 1902. Der Bahnhof Pattscheid wird 1909 eröffnet und befindet sich heute in Privathand.

1881

Durch die Linie Opladen-Lennep gewinnt Neukirchen Anschluß an das Eisenbahnnetz.

1883

Die Firma Tillmanns gründet eine Fabrikfeuerwehr, die im Bedarfsfall in der ganzen Gemeinde Löschdienste leistet.

1884

Eröffnung einer Sparkasse.

1886

Gründung des Neukirchener Turnvereins.

1890

Gründung der Wassergeossenschaft Imbach

1896

Gründung der Wassergenossenschaften Neukirchen und Pattscheid

1897

August Halbach kauft den Rittersitz Diepental, errichtet die Talsperre und versorgt Pattscheid mit zwei Turbinen mit Strom.

1900

Gründung der Wassergeossenschaften Hüscheid, Biesenbach und Romberg

1900

Bau des Rathauses an dem Abzweig zur heutigen Atzlenbacherstraße

1901

Einrichtung einer Beratungsstelle für Obstanbau, gefördert durch Landrat Dr. Adolf Lucas

1902

Gründung der freiwilligen Sanitätskolonne des Roten Kreuzes Neukirchen wird an das Bergische Elektrizitätswerk angeschlossen
Im Oberfeld wird eine evangelische Schule errichtet mit 4 Klassen

1903

Der neu errichtete Bahnhof wird eröffnet und bekommt den Namen Bergisch-Neukirchen. Durch die Hinzufügung von Bergisch ist die Stadt besser zu unterscheiden von den vielen Orten gleichen Namens in Deutschland, Antragsteller war die Reichsbahn. Auch der offizielle Name der Stadt lautet fortan Bergisch-Neukirchen.

1905

Bau der Turn und Stadthalle

1907

Errichtung einer Postagentur in Pattscheid

1908

Gründung der Freiwilligen Feuerwehr Bergisch-Neukirchen Gründung einer Gewerblichen Fortbildungsschule

1910

Bergisch-Neukirchen hat 2354 Einwohner

1911

Errichtung des Kriegerdenkmales an der Kirche

1914

Errichtung einer evangelischen Schule in Pattscheid (Oligschläger-Schule)

1926

Gründung des VVV

1928

Einweihung der katholischen Pfarrkirche "St.Engelbert" in Pattscheid

1929

Arnold Zimmermann wird erster Rektor des neuen Seelsorgebezirks

1929

Verleihung des Stadtwappens. Es zeigt die Kirche auf einem Dreiberg,
darüber den Bergischen Löwen. Die Stadt gehört bis 1931 zum Kreis Solingen,
danach zum Rhein-Wupper-Kreis
Bau der Kraftwagenstrecke Burscheid - Bergisch-Neukirchen - Opladen: heute B232

1948

Gründung der Dorfgemeinschaft Hüscheid Neuenkamp

1950

Die Stadt hat 4252 Einwohner

1952

Gründung der Dorfgemeinschaft Pattscheid und Romberg/Linde

1956

Gründung der Dorfgemeinschaft Biesenbach

1957

Die Kastanien, die als "Tor zum Bergischen Land" das Wahrzeichen der Stadt bilden, werden gefällt.

1964

Bergisch Neukirchen wird ab jetzt ohne Bindestrich geschrieben Neubau der Feuerwache an der Atzlenbacherstraße

1965

Errichtung der Grundschule an der Wuppertalstraße

1971

Einweihung der katholischen Pfarrkirche "Heilige Drei Könige"
Die ehemalige Volksschule an der Burscheider Straße wird neues Rathaus
Bergisch Neukirchen tritt dem "Wasserversorgungsverband Rhein-Wupper" bei.

1973

Firma Illbruck nimmt ihren Betrieb auf
Die Stadtsparkassen Opladen und Bergisch Neukirchen fusionieren
Das Hallenbad an der Wuppertalstraße wird gebaut.

1975

Bergisch Neukirchen wird Teil der Stadt Leverkusen 
Einwohnerzahl: 6801