Einer für Alle - Alle für Einen

Einer für Alle, Alle für Einen - diesem selbstlosen Wollen dient die freiw. Feuerwehr Lev.-Bergisch Neukirchen. Die Feuerwehr hat sich die ehrenvolle Aufgabe gestellt, das Schadenfeuer zu bekämpfen, sowie bei Unglücksfällen und öffentlichen Notständen, die durch Naturereignisse, Explosionen oder ähnliche Vorkommnisse verursacht werden, uneigennützig und schnell Hilfe zu leisten. Um dieser für die gesamte Bevölkerung wichtigen Aufgabe gewachsen zu sein, benötigen wir hilfsbereite, gut ausgebildete Feuerwehrkameraden, die zu jeder Tages- wie auch Nachtzeit bereit sind, freiwillig für andere ihre Freizeit herzugeben. Im Folgenden soll versucht werden, in Kürze die Entwicklung der Freiwilligen Feuerwehr Bergisch Neukirchen wiederzugeben.

Der Ort Neukirchen ist erstmalig 1223 beurkundet.

1820 Bergisch Neukirchen kam bei einer Teilung der Bürgermeisterei von Witzhelden nach Opladen
1851 trennt es sich von Opladen und wird selbständig
1857 werden Bergisch Neukirchen auf "Königlichen Erlass" die Stadtrechte verliehen
1975 Zusammenschluss mit Leverkusen

Jahrhundertelang haben sich auch unsere Vorfahren in Bergisch Neukirchen bemüht, Mittel und Wege zur Verbesserung der wirksamen Brandbekämpfung ausfindig zu machen. Schon im Mittelalter bestanden amtliche Anordnungen, die dem Bürger die Pflicht zur Hilfeleistung bei Bränden auferlegte. Aber die Löscheinrichtungen waren völlig unzureichend. Spritzen waren nicht vorhanden. Die Bürger mussten in ihren Häusern Feuereimer bereithalten und mit diesen im Brandfall aus den sogenannten Wasserpfühlen und Ziehbrunnen das Löschwasser schöpfen und zum Brand tragen. Hierzu wurden durch Menschen lange Ketten gebildet, die die Feuereimer von Einem zum Anderen weiterreichten. Der Alarm erfolgte durch ein abgesetztes Anschlagen der Kirchenglocken und durch das Lärmhorn. Die ersten fahrbaren, allerdings von ihrer Konstruktion her noch völlig ungenügenden und primitiven Feuerspritzen sind hier, soweit festzustellen ist, erst im 18. bzw. 19. Jahrhundert angeschafft worden. Dem Beispiel der Städte folgend, begann man damals auch für die umliegenden Gemeinden besondere Feuerlöschordnungen zu erlassen. Man bestimmte zu jeder Spritze neben einem Brandmeister einen Spritzenführer und 12 Bedienungsmänner. Die Feuerlöschverordnung verpflichtete u. a. auch alle Pferdebesitzer zur Gestellung von Pferden zum Transport und Heranschaffen der Spritzen und Geräte an die Brandstelle. 
Eine der ersten Feuerspritzen unserer Gemeinde war in Imbach, eine andere in Hüscheid stationiert. Zu diesen gehörten 13 Eimer aus Segelleinen, 6 Feuerhaken und zweimal 60 Fuß Schläuche. Im Jahre 1870 beschaffte man die dritte Feuerspritze für den Bezirk Pattscheid-Romberg und 1873 eine weitere für Atzlenbach-Grund, kurz danach auch eine für Neukirchen. 1882 erließ der Bürgermeister eine Vorschrift über die Handhabungen der Feuerlöschgeräte. Ein Jahr danach gründete die Fa. J. J. Tillmanns in Neukronenberg eine Fabrikwehr, die zugleich im Bedarfsfall in der ganzen Stadt Löschdienste leistete. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts wurde durch die in den größeren Ortschaften angelegten Wasserleitungen der Löschdienst wesentlich erleichtert. Am 16.6.1904 erhielt die Stadt die erste Saug- und Druckspritze von der Fa. Höing und Plug, Köln, zum Preis von 900,- RM. (Diese Spritze wurde 1978 in mühsamer Kleinarbeit aufgearbeitet, so dass sie wieder einwandfrei funktioniert.) Durch diese Verbesserung war es möglich, den Brand etwas besser und schneller zu bekämpfen. Im November 1906 ordnete der Oberpräsident der Rheinprovinz durch Polizeiverordnung an, dass für solche Gemeinden, in denen noch keine Freiwillige Feuerwehr bestand, die Einführung einer Pflichtfeuerwehr zu erfolgen habe. Für Bergisch Neukirchen kam das von der Verwaltung erlassene Ortsstatut nicht in Anwendung, weil die Bürgerschaft bereit war, auf freiwilliger Basis eine Feuerwehr zu gründen. Am 14.4.1908 wurde auf der Stadtverordnetenversammlung die Gründung einer Freiw. Feuerwehr beschlossen. Daher wurde von dem damaligen Bürgermeister Ernst Schröder für den 23.Sept.1908 im Lokal des Herrn Emil Urban zur Gründerversammlung der Freiwilligen Feuerwehr Bergisch Neukirchen eingeladen. An diesem Tage konnten zwei Löschgruppen mit je 27 Mann gebildet werden. Die Gesamtleitung übernahm Oberbrandmeister Ernst Schröder und zum Gruppenführer wurden die Brandmeister Hugo Schnaare für Berg. Neukirchen und Robert Schönenberg für Pattscheid bestellt. Im April 1909 wurden bereits die notwendigen Uniformen und Ausrüstungsstücke beschafft. Im Juni/Juli 1909 ist das erste Grundgesetz für die anerkannte Freiwillige Feuerwehr Bergisch Neukirchen vom Herrn Landrat zu Solingen wie vom Königlichen Regierungspräsidenten zu Düsseldorf unter der Nr. 5450/09 bestätigt worden. Im Oktober 1910 war die feierliche Weihe des errichteten Steigerturms, der an das Feuerwehrhaus in Bergisch Neukirchen angebaut worden war. Für die Gruppe Pattscheid wurde im Jahr 1920 eine gebrauchte Saug- und Druckspritze von den Farbenfabriken Bayer gekauft. Die Unterbringung dieser Spritze erfolgte in einem Holzschuppen im Oberfeld. Dieser Abstellraum wurde aber mit der Zeit zu klein, so dass man nach dem 2. Weltkrieg von der Fa. Forst am Bahnhof Pattscheid eine Garage anmietete.

Während des Krieges wurde von 1941-1945 eine Gruppe der Jugendfeuerwehr und von 1942-1945 eine Gruppe von Feuerwehrfrauen ausgebildet, die nur zur Hilfestellung im Stadtgebiet eingesetzt wurden. Um einen eigenen und vor allen Dingen auch größeren und besseren Raum für das Fahrzeug und die Geräte zu erhalten, wurde von der Gruppe Pattscheid im Jahre 1961, in mühsamer Eigenleistung nach Feierabend, das heute neben der Schule Pattscheid stehende Feuerwehrhaus selbst erstellt. Das 1910 gebaute Feuerwehrhaus für die Gruppe Berg. Neukirchen wurde im Jahre 1964 durch ein neues, größeres Haus ersetzt. Die Einweihung des Hauses fand am 19.Dez.1964 statt. Anwesend waren die Herren Oberkreisdirektor Dr. Bubner, Bürgermeister Max Schönenberg, Stadtdirektor Willms, Kreisbrandmeister Helfer sowie zahlreiche Vertreter der Stadtverwaltung und der Stadtvertretung. Dieses Feuerwehrhaus besitzt eine große Garage zum Abstellen von 4 Feuerwehrfahrzeugen und 2 Schulungsräume wie auch eine Einliegerwohnung für einen Feuerwehrmann. Durch den Bau dieses Hauses wurde für die gesamte Freiw. Feuerwehr Berg. Neukirchen eine neue Heimat geschaffen, in dem auch bei schlechtem Wetter die Ausbildung, vor allem auch die Schulung, durchgeführt werden kann. Durch die Gebietsreform zum 1. Januar 1975 hörte die Selbstständigkeit der Stadt Bergisch Neukirchen auf, sie wurde Stadtteil der Stadt Leverkusen. In Leverkusen waren bei der Eingliederung über 100 hauptamtliche Feuerwehrleute, aus denen 1976 eine Berufsfeuerwehr gebildet wurde. In Städten, in denen sowohl eine Berufsfeuerwehr wie auch eine Freiw. Feuerwehr vorhanden ist, wird die Freiw. automatisch der Berufsfeuerwehr unterstellt. Die Freiw. Feuerwehr Berg. Neukirchen ist als Einheit wie bisher erhalten geblieben. Sie ist nur nicht mehr eigenständig, sondern dem Stadtkreisverband Leverkusen als der Löschzug Berg. Neukirchen angeschlossen. Durch den Zusammenschluss mit der Berufsfeuerwehr Leverkusen haben wir den Vorteil, dass uns die Einrichtungen und Fahrzeuge für Übungszwecke wie auch bei Einsätzen zur Verfügung stehen. Außerdem rückt bei Einsätzen im Stadtgebiet Berg. Neukirchen außer der Freiw. Feuerwehr automatisch eine Einheit der Berufsfeuerwehr der Wache II Opladen mit aus. Um den Nachwuchs der Freiw. Feuerwehr zu sichern, bestehen in mehreren Leverkusener Ortsteilen Gruppen der Jugendfeuerwehr, so auch in Berg. Neukirchen. Hier werden die Jugendlichen ab 10 Jahren für den Dienst in der Feuerwehr vorbereitet. Neben der Ausbildung zum Feuerwehrmann befassen sie sich mit Sport und Spiel, machen Fahrten, besuchen Zeltlager usw., um den kameradschaftlichen Geist zu wecken oder zu fördern.